Case Study: Gestaltung einer lokalen Vereinszeitung – Wie ein Quartalsmagazin dörfliche Gemeinschaft verbindet
Kontext
Das „Horschter Dorfgezwitscher“ ist ein quartalsweise erscheinendes Vereinsmagazin. Es umfasst meist 12 Seiten und wächst bei Bedarf auf bis zu 16 Seiten. Diese Case Study zum Thema „Vereinszeitung gestalten“ zeigt, wie ich dieses Format konzipiere und visuell umsetze.
Der Heimatverein „Die Horschter e. V.“ gibt das Magazin heraus. Es richtet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner rund um Königshorst und seine Ortsteile. Die Auflage steigt stetig und liegt aktuell bei etwa 300 bis 400 Exemplaren.

Seit der ersten Ausgabe gestalte ich das Magazin als ehrenamtliche Grafikdesignerin für den Verein, in dem ich selbst Mitglied bin. Ich übernehme dabei Konzeption, Layout, Satz, Bildbearbeitung und Grafikentwicklung.
Die aktuelle Ausgabe (Nr. 9, März 2026) zeigt eine große thematische Bandbreite. Sie reicht von einem historischen Portrait über Ribbeckshorst, über Gartentipps und Veranstaltungen bis hin zu einem Interview mit Pfarrer Tutzschke sowie Rezepten, Rätseln und lokalen Events.
Das Magazin ist mehr als ein Informationsmedium. Es verbindet die Dorfgemeinschaft. Außerdem schafft es Identifikation durch Inhalte aus dem direkten Lebensumfeld.
Ausgangslage und Herausforderungen
Ein lokales Vereinsmagazin bringt viele Herausforderungen mit sich. Das „Horschter Dorfgezwitscher“ zeigt diese Vielfalt sehr deutlich.
Die Inhalte unterscheiden sich stark voneinander. Sie reichen von langen, teils historisch-informativen Texten über Anleitungen bis hin zu kurzen Ankündigungen, Interviews und Rätselseiten.
Diese Vielfalt erzeugt sehr unterschiedliche Textlängen. Auch die Bildqualität schwankt stark. Zusätzlich ändern sich die gestalterischen Anforderungen von Seite zu Seite.
Besonders schwierig sind lange Fließtexte. Sie nehmen mehrere Seiten ein und müssen trotzdem gut lesbar bleiben.
Alle Inhalte entstehen ehrenamtlich. Verschiedene Personen liefern Texte und Bilder. Über die Redaktionsleitung kommen diese Inhalte gebündelt bei mir an.
Es ist notwendig, dass ich diese Inhalte in eine klare Struktur überführe. Das Magazin braucht Orientierung und muss gleichzeitig gut lesbar bleiben.
Die Zielgruppe ist sehr breit. Viele Leserinnen und Leser sind älter. Deshalb achte ich besonders auf gute Lesbarkeit.

Die Designlösung
Ich habe ein flexibles Layoutsystem entwickelt. Es sorgt für Konsistenz über alle Ausgaben hinweg.
Das Ziel besteht darin, sehr unterschiedliche Inhalte einheitlich darzustellen. So entsteht trotz Vielfalt ein klarer Gesamteindruck.
Ich arbeite mit einem einfachen Raster: Jede Seite nutzt zwei Spalten.
Das DIN-A5-Format ist klein. Mehr Spalten würden die Lesbarkeit verschlechtern. Deshalb verzichte ich bewusst darauf.
Die Typografie richtet sich an die Zielgruppe. Der Fließtext hat meist 11 Punkt. Dadurch bleibt er gut lesbar, besonders für ältere Leserinnen und Leser.
Ich vermeide große Textblöcke. Stattdessen gliedere ich Inhalte in Absätze. Zusätzlich nutze ich viel Weißraum.
Ich arbeite insgesamt sehr reduziert und setze bewusst wenig visuelle Effekte ein.
Bei langen Textseiten ergänze ich kleine grafische Elemente, welche den Text auflockern und somit die Lesbarkeit verbessern.
Ich nutze dafür einfache Icons. Sie zeigen zum Beispiel saisonale Motive wie Sonnenschirme oder Wasserbälle.
Ich erstelle viele dieser Grafiken mit KI. Danach bearbeite ich sie in Photoshop, passe sie an und vereinheitliche sie visuell. So entsteht trotz unterschiedlicher Quellen ein einheitlicher Stil.
Jede Ausgabe folgt einem Farbsystem. Die Farben richten sich nach der Jahreszeit.
Zusätzlich nutze ich die „Horschter Spätzchen“ als Maskottchen. Diese Vögel erscheinen auf Titel- und Rückseite und verändern sich je nach Saison.
Ich setze auch Typografie gezielt ein. Die Hauptüberschriften bleiben konstant in Größe, Type und Position.
Für persönliche Inhalte nutze ich Handschrift-Types. Das gilt zum Beispiel für Grüße bei Hochzeiten oder Geburten. Dadurch entsteht ein persönlicher Eindruck.
Wichtige Inhalte hebe ich visuell hervor. Ich gestalte wiederkehrende Termine farblich hinterlegt. So lassen sie sich schneller erfassen.
Ich bearbeite alle Bilder in Photoshop. Danach setze ich sie in InDesign ein und achte auf einen guten Lesefluss.
Wenn die Bildqualität zu schlecht ist, fordere ich Originaldateien an. Alternativ passe ich die Bildgröße an, damit der Druck sauber bleibt. Ich erstelle das gesamte Layout in Adobe InDesign.
Die Gestaltung folgt einem klaren Prinzip. Sie unterstützt Inhalte, statt sie zu überladen. Lesbarkeit steht immer im Mittelpunkt.

Der Arbeitsprozess
Das Magazin erscheint viermal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.
Zwei Wochen vor dem Druck gehe ich in die finale Phase. Dann bereite ich die Ausgabe für die Druckerei vor. Die Redaktion sammelt alle Inhalte zentral. Danach erhalte ich alles gebündelt. Das sorgt für klare Abläufe. Diese Struktur funktioniert gut. Sie verhindert Informationsverlust. Außerdem hält sie die Kommunikation einfach.
Ich plane etwa eine Woche für das Layout ein. Insgesamt arbeite ich rund zehn Stunden pro Ausgabe.
Diese Zeit umfasst Gestaltung, Bildbearbeitung und Korrekturen. Nach dem Layout prüft das Lektorat das Magazin. Zwei Personen kommentieren das im PDF direkt.
Ich übernehme anschließend alle Korrekturen. Danach gebe ich die Datei an die Redaktionsleitung zurück und diese sendet sie an die Druckerei weiter. Die Druckerei Onlineprinters produziert das Magazin. Die Lieferzeit beträgt etwa zehn Tage. So entsteht ein klarer und verlässlicher Produktionsprozess.
Ergebnis und Wirkung
Das Magazin entwickelt sich kontinuierlich weiter. Das gilt für Inhalt und Gestaltung. Der Umfang ist gewachsen. Er stieg von 8 auf meist 12 Seiten. Bei Bedarf umfasst er bis zu 16 Seiten.
Auch die Auflage steigt. Sie lag früher bei 300 Exemplaren. Heute liegt sie bei 400 Exemplaren.
Die Reichweite ist höher als die Auflage. Viele Haushalte lesen ein Exemplar gemeinsam. So erreicht das Magazin über 1.000 Menschen in der Region.
Das „Horschter Dorfgezwitscher“ verbindet die Menschen der „Horschten“. Es informiert nicht nur, sondern schafft Austausch. Leserbeiträge, Grüße und Ankündigungen stärken diese Wirkung. Dadurch entsteht ein starkes Gemeinschaftsmedium.
In dieser Galerie siehst du die aktuelle Ausgabe No. 9:
Die ganze Ausgabe zum Download als PDF findest du hier.
Fazit
Das Projekt ist für mich ein Herzensprojekt. Ich gestalte das Magazin ehrenamtlich im Heimatverein; also arbeite ich aus eigener Motivation daran. Gleichzeitig lerne ich viel über Prozesse und Struktur.
Klare Abläufe sind entscheidend. Auch gute Kommunikation spielt eine große Rolle. Ebenso wichtig ist ein reduzierter Designansatz. Das gilt besonders im Ehrenamt. Dort müssen viele Dinge einfach funktionieren.
Das Magazin zeigt mir, wie stark gutes Design wirken kann, denn es verbindet Menschen auch im lokalen, ländlichen Kontext.
Du möchtest auch eine Design Case Study schreiben? Hier erfährst du wie.







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